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Pensionzusagen bei Unternehmensverkäufen ein No-Go für jeden Investor

Was die meisten Käufer vom Deal abhält, kann für den Verkäufer zum unkalkulierbaren Risiko werden. Als Steuersparmodell für den Firmeninhaber vor langer Zeit gestartet, werden Pensionszusagen bei der Unternehmensnachfolge oder beim Unternehmensverkauf zum Hindernis und wirtschaftlichen Risiko. Schon allein wegen der unkalkulierbaren Restlebenszeit einzelner Personen. Welche Strategien das Risiko für beide Parteien am besten minimieren, erörtert Sascha Richter mit Dr. Martin Bürmann im RITpod-Podcast

Neue Podcast-Reihe: REstart – Legal Insights zur Sanierung von Unternehmen

Mit der neuen Podcast-Reihe „REstart – Legal Insights zur Sanierung von Unternehmen“ starten Sascha Richter und Dr. Martin Bührmann eine Serie von Gesprächen rund um Unternehmenskrisen, Sanierung und Insolvenzrecht. Ziel des Podcasts ist es, Unternehmern, Geschäftsführern und Entscheidern praxisnahe Einblicke in rechtliche und wirtschaftliche Herausforderungen von Unternehmenskrisen zu geben.

In den kommenden Wochen und Monaten werden weitere Episoden folgen, in denen unterschiedliche Aspekte der Restrukturierung und Sanierung beleuchtet werden – von rechtlichen Risiken über typische Fehler in Krisensituationen bis hin zu konkreten Lösungsansätzen für Unternehmer.

Wir freuen uns über jeden Hörer, der diese Podcast-Reihe begleitet.

In diesem Podcast geht es um:

Insolvenz, Betrugsvorwurf und Realität: Warum Unternehmer oft unverschuldet in strafrechtliche Risiken geraten

Unternehmenskrisen sind selten linear. Sie entstehen meist nicht durch ein einzelnes Fehlverhalten, sondern durch eine Verkettung von wirtschaftlichen Ereignissen. Genau hier setzt die Podcastfolge REstart – Legal Insights zur Sanierung von Unternehmen an. Sie beleuchtet einen besonders sensiblen Punkt im Sanierungsprozess: den Vorwurf des Betrugs gegenüber Unternehmern in wirtschaftlichen Krisensituationen.

Wenn Gläubiger sich betrogen fühlen

In der Praxis kommt es häufig vor, dass Gläubiger bei ausbleibenden Zahlungen Strafanzeige wegen Betrugs stellen. Aus ihrer Sicht erscheint die Situation oft eindeutig: Ein Unternehmen hat Leistungen erhalten, bezahlt aber nicht.

Juristisch ist der Tatbestand jedoch deutlich komplexer. Für Betrug müsste nachgewiesen werden, dass bereits zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses eine Täuschung über Tatsachen vorlag. Genau dieser Nachweis gelingt in vielen Fällen nicht. Häufig entsteht die Zahlungsunfähigkeit erst später – beispielsweise durch einen unerwarteten Zahlungsausfall eines wichtigen Kunden oder durch die Kündigung einer Kreditlinie durch die Bank.

Das bedeutet: Was für Gläubiger wie Betrug wirkt, ist in vielen Fällen schlicht das Ergebnis einer plötzlich eskalierenden Unternehmenskrise.

Unternehmer im Spannungsfeld von Zivil- und Strafrecht

Gerät ein Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten, stehen Geschäftsführer und Unternehmer unter enormem Druck. Sie müssen gleichzeitig mehrere Interessen berücksichtigen:

  • Fortführung des Geschäftsbetriebs
  • Schutz der Arbeitnehmer
  • Verhandlungen mit Banken und Gläubigern
  • Einhaltung insolvenzrechtlicher Fristen

In dieser Phase können Fehlentscheidungen schnell strafrechtliche Relevanz bekommen. Nicht weil bewusst gegen Gesetze verstoßen wurde, sondern weil Krisensituationen komplexe rechtliche Anforderungen mit sich bringen.

Der häufigste Fehler: zu spät reagieren

Ein zentrales Problem liegt darin, dass viele Unternehmen zu lange versuchen, eine Krise intern zu lösen. Die Hoffnung auf eine kurzfristige Verbesserung der Liquidität führt oft dazu, dass notwendige Maßnahmen zu spät ergriffen werden.

Dabei stehen im deutschen Insolvenz- und Sanierungsrecht durchaus Instrumente zur Verfügung, die Unternehmen helfen können, frühzeitig gegenzusteuern. Dazu gehören unter anderem:

  • Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung
  • Restrukturierungsmaßnahmen außerhalb der Insolvenz
  • professionelle Krisenberatung
  • frühzeitige Einbindung von Rechts- und Sanierungsexperten

Die Erfahrung zeigt: Je früher diese Instrumente genutzt werden, desto größer sind die Chancen, das Unternehmen zu stabilisieren.

Strafrechtliche Ermittlungen sind keine Seltenheit

Wenn ein Unternehmen insolvent wird, prüfen Staatsanwaltschaften häufig automatisch, ob strafrechtlich relevante Sachverhalte vorliegen. Dabei geht es vor allem um Fragen wie:

  • Wann genau trat die Insolvenzreife ein?
  • Wurde der Insolvenzantrag rechtzeitig gestellt?
  • Gab es Täuschungen gegenüber Geschäftspartnern?

Selbst wenn sich am Ende kein strafbares Verhalten nachweisen lässt, bedeutet ein Ermittlungsverfahren für Unternehmer eine enorme Belastung.

Fazit

Unternehmenskrisen sind selten das Ergebnis eines einzelnen Fehlers. Meist sind sie die Folge externer Schocks, Marktveränderungen oder unerwarteter Liquiditätsprobleme.

Die Podcastfolge zeigt deutlich: Viele strafrechtliche Vorwürfe entstehen aus der Perspektive enttäuschter Gläubiger – nicht aus tatsächlichem Betrug. Entscheidend ist deshalb ein professioneller Umgang mit Krisensituationen und eine frühzeitige rechtliche Beratung.

Denn wer rechtzeitig handelt, reduziert nicht nur wirtschaftliche Schäden – sondern auch persönliche Haftungs- und Strafrisiken.