
Beitragsorientierte Kapitalzusage: Warum diese moderne Form der Pensionszusage ein Gamechanger ist
Die Pensionszusage hat einen schlechten Ruf, und der stammt aus den Neunzigern: unkalkulierbare Verpflichtungen aus lebenslangen Rentenversprechen mit Pensionsrückstellungen als Bilanzposten, der im Bankgespräch und beim Firmenverkauf zum Problem wird. Der Fehler steckte nie im Instrument, sondern in seiner Ausgestaltung. Die beitragsorientierte Kapitalzusage macht daraus wieder das, was eine Pensionszusage eigentlich ist: ein starkes Instrument für Vermögensaufbau und steuerliche Gestaltung, nur eben planbar.
Der Fehler steckte nie im Instrument, sondern in seiner Ausgestaltung
Wer heute Pensionszusage hört, denkt an Altlast. An Pensionsrückstellungen, die mit jeder Zinsänderung nach oben springen. An Eigenkapitalquoten, die darunter leiden. An Käufer, die im Datenraum genau an dieser Stelle nervös werden. Diese Reaktion ist verständlich, denn die meisten Pensionszusagen im Mittelstand stammen aus einer Zeit, in der die Pensionsrückstellungen in der Steuer- und Handelsbilanz noch identisch waren und in der ein völlig anderes Zinsniveau und andere Lebenserwartungen zu Grunde lagen.
Nur: Falsch war nie die Idee, dem Unternehmer oder wichtigen Mitarbeitern eine Versorgung aus dem Unternehmen heraus aufzubauen. Problematisch war nur die Ausgestaltung. Ein lebenslanges Rentenversprechen, dessen tatsächliche Kosten im Moment der Zusage niemand kennen konnte.
Genau hier setzt die beitragsorientierte Kapitalzusage an. Sie behält den Vorteil der Pensionszusage, den steuerlich geförderten Vermögensaufbau im Unternehmen, und nimmt ihr das Risiko, das die alten Zusagen so problematisch gemacht hat. Das ist kein kleiner Zwischenschritt, sondern eine ganz andere Konstellation.
Für wen das gedacht ist
Für jeden Unternehmer, der sich heute die Frage stellt, wie er sich selbst absichert, ohne dafür ein unkalkulierbares Versprechen in die eigene Bilanz zu nehmen. Und für jedes Unternehmen, das Leistungsträger halten will und dafür mehr braucht als Gehalt.
Ob Sie gerade mit uns eine alte Zusage gelöst haben, ob Sie nie eine hatten oder ob Sie zum ersten Mal darüber nachdenken, spielt dabei keine Rolle. Der Ausgangspunkt ist derselbe: Versorgung ja, Blindflug nein.
Der Unterschied steckt in der Richtung des Versprechens
Die klassische Pensionszusage verspricht eine Leistung. Sie bekommen ab Renteneintritt einen festen Betrag im Monat, lebenslang. Was dieses Versprechen am Ende kostet, weiß im Moment der Zusage niemand, denn es hängt an Lebenserwartung, Kapitalmarktzins und indexbasierten Rentenanpassungen, also an Größen, die kein Unternehmen steuern kann.
Die beitragsorientierte Kapitalzusage dreht das um. Versprochen wird nicht die Leistung, sondern der Beitrag. Bis zum Renteneintritt zahlt das Unternehmen einen festen Betrag in eine frei gewählte Sparform ein. Was am Ende darin liegt (mindestens die eingezahlten Beiträge), einschließlich aller Erträge, steht dem Versorgungsberechtigten zu, als einmalige Kapitalzahlung oder in Raten.
Luis Richter bringt es in unserem Video auf den Punkt: Man sagt nur zu, was auch tatsächlich angespart wird.
Dieser eine Satz ist der ganze Unterschied. Er nimmt der Zusage die Unbekannte.
Was sich dadurch im Unternehmen ändert
- Die Verpflichtung ist nicht größer als das Vermögen, das dahintersteht. Keine unkalkulierbare Lücke, keine Bilanzsprünge im Versorgungsfall.
- Finanzierbar als zusätzliche Leistung des Unternehmens oder aus Teilen des Gehalts.
- Steuerliche Wirksamkeit über die zu bildenden steuerlichen Pensionsrückstellungen.
- Die Sparform ist frei wählbar und orientiert sich an Ihren Präferenzen, vom Wertpapierdepot bis zur Versicherung, und wird mit Ihrem jeweiligen Berater abgestimmt.
- Das Versorgungsvermögen wird an den Versorgungsberechtigten verpfändet und ist damit im Insolvenzfall geschützt.
- Im Bankgespräch und in der Due Diligence ist die Zusage kein Streitpunkt, weil Verpflichtung und Vermögen deckungsgleich sind.
Kurz: eine Versorgung, die wirkt wie vorgesehen. Zukunftssicher statt Altlast von morgen.
Ein Beratungskonzept, kein Produkt
Die beitragsorientierte Kapitalzusage ist nichts, was man bei uns kaufen kann. Wir sind keine Vermittler, wir erhalten keine Provisionen und wir sind an keinen Versicherer und keine Bank gebunden. Was wir liefern, ist das abgestimmte Gesamt-Konstrukt: alle vertraglichen Unterlagen, steuerliche Ausgestaltung, bilanzielle Wirkung und rechtliche Absicherung, abgestimmt auf Ihr Unternehmen und die Menschen, die versorgt werden sollen. Bis auf die Sparform, hierüber entscheiden Sie mit Ihrem Berater in Abstimmung mit uns (da sie Teil der Pensionszusage wird).
Wie es weitergeht
Ob eine bestehende Zusage saniert oder eine neue Versorgung aufgebaut werden soll, beides sehen wir uns im Erstgespräch gemeinsam an, unabhängig und ohne Produktbindung. Sie erfahren offen, was wir sehen, auch wenn alles in Ordnung ist.